Kunstwerke für ein erweitertes Bodenbewusstsein
Kann unserem Boden mit Hilfe der Kunst mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden? Auf diese Frage folgten die ersten Ideen für dieses Kooperationsprojekt. Der Boden, auf dem wir uns bewegen, ist Lebensraum unzähliger Lebewesen, Speicher für Wasser und Kohlenstoff und unverzichtbarer Helfer im Einsatz gegen die Erderwärmung. „Der Boden der Hildesheimer Börde gehört zu den fruchtbarsten in Mitteleuropa“, erklärt Bodenexperte Wulf Grube vom Bundesverband Boden.
Im Rahmen des Projekts BodenKunstSchätze gestalteten regionale und internationale Künstler:innen Kunstwerke aus und mit natürlichen Materialien, die den Boden und seine Bedeutung auf ästhetische Weise sichtbar machen. Durch Land Art-Installationen an unterschiedlichen Orten wurde der Boden als gestaltendes und gestaltbares Element erfahrbar gemacht. „Der Begriff Land Art wird heute meistens für Kunstformen verwendet, die in der Landschaft verwirklicht werden, überwiegend aus Naturmaterialien bestehen, ortsspezifisch und oftmals vergänglich sind“, erklärt Michael Rofka, der gemeinsam mit seiner Frau Anna Rofka die künstlerische Leitung des Projekts übernahm. „Unsere Landschaften und Böden sind nicht nur natürliche Ressourcen, sondern auch kulturelle Räume. BodenKunstSchätze macht diese Verbindung sichtbar und lädt dazu ein, Boden neu zu erleben.“
Mitte August 2025 arbeiteten die Künstler:innen direkt vor Ort und bezogen in ihre Arbeit auch Schulklassen und andere Gruppen aktiv mit ein. Ab dem 1. September waren die Werke dann auch öffentlich zugänglich. „Die Besucher:innen werden den Boden, den sie täglich direkt oder indirekt betreten, mit ganz neuen Augen sehen“, freute sich die Künstlerin Anna Rofka kurz vor Projektbeginn.
Das Projekt förderte über das Medium Kunst das Umweltbewusstsein und einen reflektierten Umgang mit der Ressource Boden. Es eröffnete neue Perspektiven auf den Boden als Multitalent und verband somit Kreativität mit gesellschaftlicher Verantwortung. Das Hildesheimer Bodenbündnis begleitete die Arbeiten mit einem vielfältigen Bildungsprogramm: „Boden ist eine endliche Ressource, deren Schutz uns alle angeht. Kunst kann hier neue Zugänge schaffen und zum Nachdenken anregen“, betonte Bodenexperte Wulf Grube.
BodenKunstSchätze war ein Kooperationsprojekt zwischen dem Cluster e.V. und der Cluster Projekte GmbH. Es fand in den LEADER-Regionen nette innerste und Leinebergland statt.
Gefördert wurde das Projekt von der Europäischen Union über LEADER und den Landkreis Hildesheim. Mit dem Förderprogramm LEADER der Europäischen Union werden ländliche Regionen gestärkt. Zu den Kooperationspartnern gehörten außerdem das Hildesheimer Bodenbündnis, die Stiftung Universität Hildesheim und das Kulturforum Sibbesse.
Nach Projektende im Oktober 2025 konnten einige Kunstwerke an den Originalstandorten erhalten bleiben; andere wurden bis Februar 2026 abgebaut. Folgende Kunstwerke waren zu sehen und können teilweise auch noch an folgenden Standorten besucht werden:
Garmissen / Schellerten
1. NILS-UDO – Die Weide
Abgebaut (Februar 2026)
Söhre / Diekholzen
2. Michael und Christian Köpper - Erdkontrast
Abgebaut (November 2025)
Heersum / Holle
3. Lauri Tamm – Seelenboden (Soulsoil)
52.102135868856 10.105052240440900
Mahlum / Bockenem
4. Bob Budd – Der traktorlose Pflug
52.000520 10.168217
Wittenburg / Elze
5. Anna und Michael Rofka – Erdboten
Abgebaut (Februar 2026)
Betheln / Gronau
6. François Davin – Hier ist der Boden noch heiliger
Abgebaut (Februar 2026)
Deinsen / Gronau
7. Karin van der Molen – Fata Morgana
52.052020 9.719543
Sibbesse / Sibbesse
8. elparo – Ohne Titel / sans titre
52.058413 9.903497
Lamspringe / Lamspringe
9. Stefano Devoti – Subways
51.962215 10.014391
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