Die Weide

Installation von NILS-UDO in Garmissen / Schellerten

Veröffentlichungsdatum

Als aktiver Künstler der Gegenwart gibt NILS-UDO keine Interpretation oder Bedeutungen seiner Arbeiten vor, auch wenn einige Elemente sofort eine Symbolik evozieren. Die Werke erschließen sich aber vielmehr in einem Dialog zwischen Betrachtenden und Werk. In Garmissen ruht ein weißes "Marmor-Ei" auf dem gekürzten Stamm einer teilweise geschnittenen Weide. Diese ist die mittlere von fünf dort wachsenden Weiden. Die im Hintergrund belassenen Weidenäste des "Marmor-Eis" scheinen sich strahlenförmig auszubreiten. Im Titel nicht erwähnt ist die dunkle Erde, die wie eine Schale in einer dünnen Schicht zwischen Holz und Ei aufgetragen ist. Sie ist aber wesentlich für die leuchtende Erscheinung des Marmors und damit die gesamte Erscheinung des Werkes. Wie in der Landschaft ist der Erdboden hier unscheinbarer aber essentieller Träger des Seins.
Die Installation fügt sich sensibel in ihre Umgebung ein. Sie wird von der Natur umschlossen und zugleich von ihr verändert. Wie in vielen Arbeiten des Künstlers verschmilzt das Werk mit dem Ort, ohne ihn zu dominieren. Besucher*innen sind eingeladen, innezuhalten, den Blick nach oben zu richten und die stille Verbindung von Natur und Kunst, von Leben und Zeit, zu entdecken.

Über den Künstler – NILS-UDO
NILS-UDO (geb. 1937 in Lauf an der Pegnitz, Bayern) ist ein international renommierter Pionier der Land Art. Nach einer Ausbildung in Grafik und ersten Jahren als Maler verlagerte er ab 1972 sein künstlerisches Schaffen in die Natur. Seither arbeitet er weltweit in Landschaften, von Europa über Asien bis Afrika.
Seine Installationen entstehen zumeist aus vor Ort gesammelten Naturmaterialien wie Zweigen, Blüten, Steinen, Wasser oder Schnee. Diese Materialien arrangiert er zu poetischen, oft minimalistischen Strukturen, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen. Die Werke sind bewusst vergänglich – sie unterliegen den natürlichen Prozessen von Wachstum und Verfall. Ihre Dokumentation durch Fotografie macht sie dennoch sichtbar und eigenständig erlebbar.
NILS-UDOs Kunst ist ein Dialog mit der Natur. Bekannte Werkreihen wie seine monumentalen Nester thematisieren Schutz, Ursprung und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Seine Arbeiten verweisen auf die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur und regen zum Nachdenken über deren Erhalt an. Damit gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter einer Kunst, die Landschaft nicht nur als Kulisse nutzt, sondern als lebendigen Partner begreift. Weitere Informationen unter www.nils-udo.com

Über das Projekt
Das Kunstwerk ist Teil der Ausstellung im Rahmen des Projekts BodenKunstSchätze, das künstlerische Perspektiven auf den Boden als Lebensgrundlage, Speicher von Geschichte und Träger kultureller Bedeutung eröffnet. Die Ausstellung umfasst neun Orte im Landkreis Hildesheim, an denen sich nationale und internationale Künstler*innen mit dem Thema Boden auseinandergesetzt haben, sowie ein reiches Begleitprogramm, das unter anderem das Hildesheimer Bodenbündnis als Initiator des Projekts zu Wort kommen lässt. Weitere Infos unter https://www.kulturregionale.de/de/magazin/bodenkunstschaetze
Das Projekt BodenKunstSchätze ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Cluster e.V. und der Cluster Projekte GmbH.
Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union über LEADER, den Landschaftsverband Hildesheim und den Landkreis Hildesheim.

Infos zum Ort der Installation

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