Auf einer Wiesenfläche entstehen verschiedene geometrische Formen, teils überlappend, teils klar voneinander abgegrenzt. Ihre leuchtenden Farbkontraste entstehen allein aus der Vielfalt aufgetragener Böden: rote, braune, ockerfarbene Töne, ohne künstliche Pigmente. Das Spiel zwischen gemähten und unberührten Grasflächen verstärkt die Wirkung der Formen und lässt Linien und Übergänge sichtbar werden.
Mit jedem Wetter wandelt sich das Bild: Regen lässt das Rot tiefer und leuchtender erscheinen, Trockenheit bringt warme Gelbtöne hervor, Nebel legt einen sanften Schleier über die Flächen. Diese Farbveränderungen sind kein Nebeneffekt, sondern ein wesentlicher Teil der Arbeit. Sie zeigen, dass Boden ein lebendiges, atmendes System ist.
Das Werk ist bewusst vergänglich. Mit der Zeit überwächst Gras die Formen, das Kunstwerk sinkt zurück in den Kreislauf der Natur. Es verweist auf die Bedeutung gesunder Böden, auf ihre Zusammensetzung, ihre Balance und ihre Fähigkeit, Leben zu tragen. Aus ökologischer Verantwortung wird ausschließlich regionaler Boden verwendet; fremder Boden wird nur in kleinsten Mengen eingebracht um das fragile System Boden nicht zu stören. So bleibt der Eingriff minimal und im Einklang mit dem Naturschutzgedanken. Die Arbeit ist nicht transportabel und muss vor Ort erlebt werden – sie existiert nur in ihrer Landschaft, in ihrem Klima und ihrem Boden.
Über die Künstler Michael und Christian Köpper
Michael und Christian Köpper verbinden in ihrer gemeinsamen Arbeit zwei unterschiedliche künstlerische Hintergründe.
Michael Köpper arbeitet seit rund 20 Jahren mit Holzskulpturen und entdeckt immer wieder die Schönheit naturgewachsener Formen. Auf Spaziergängen findet er Strukturen und Objekte, die er mit behutsamen Eingriffen verändert oder ergänzt, um ihre Eigenart hervorzuheben.
Christian Köpper begann früh mit Graffiti und arbeitet seit vielen Jahren an Skulpturen und konzeptuellen Arbeiten im öffentlichen Raum. Er nutzt dabei verschiedenste Materialien, beispielsweise Sandstein, und verbindet seine grafische Handschrift mit Crossover-Techniken. Von 2009 bis 2018 leitete er das Land Art Festival im Bruchhof Stadthagen, das Kunst, Natur und Gemeinschaft zusammenführte.
Gemeinsam schaffen sie Werke, die sich in die Landschaft einfügen, ihre Materialien aus der Region beziehen und Natur als aktiven Partner im künstlerischen Prozess begreifen.
Über das Projekt
Das Kunstwerk ist Teil der Ausstellung im Rahmen des Projekts BodenKunstSchätze, das künstlerische Perspektiven auf den Boden als Lebensgrundlage, Speicher von Geschichte und Träger kultureller Bedeutung eröffnet. Die Ausstellung umfasst neun Orte im Landkreis Hildesheim, an denen sich nationale und internationale Künstler*innen mit dem Thema Boden auseinandergesetzt haben, sowie ein reiches Begleitprogramm, das unter anderem das Hildesheimer Bodenbündnis als Initiator des Projekts zu Wort kommen lässt. Weitere Infos unter https://www.kulturregionale.de/de/magazin/bodenkunstschaetze
Das Projekt BodenKunstSchätze ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Cluster e.V. und der Cluster Projekte GmbH.
Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union über LEADER, den Landschaftsverband Hildesheim und den Landkreis Hildesheim.