Gegenwartskunst – Metropole zu Gast in der Provinz

Studierenden der Meisterklasse Ludwig Rauchs (Berlin) und Stefan Stichter (Frankfurt/Main)

Die Zusammenführung von Künstler*innen aus der Region mit Künstler*innen aus den großen Metropolen eröffnet spannende Einblicke in Gemeinsamkeiten und Unterschiede künstlerischer Positionen. Im Zentrum steht dabei der Austausch zwischen den Studierenden der Meisterklasse von Ludwig Rauch (Berlin) und Master-Studierenden der HAWK und der Universität Hildesheim.

Durch begleitende Führungen wird auch das Publikum aktiv in den Dialog einbezogen – der Austausch zwischen Besucher*innen und Künstler*innen wird gefördert, ebenso wie das gegenseitige Verständnis unter den Kunstschaffenden selbst. Die Begegnungen finden in einer offenen, gastfreundlichen Atmosphäre statt – bei guter Bewirtung und mit viel Raum für Gespräche, Inspiration und neue Verbindungen.

Meisterklasse Ludwig Rauch
Never be sure
3. August – 31. August 2025

Nichts ist, wie es scheint. Auch wenn es schön ist. Auch wenn es klar ist. Nichts ist eindeutig. In einer Gegenwart voller Ambivalenz, Widersprüchlichkeit, Gegensätze, in einer Gegenwart, in der Maschinen intelligent werden und handeln lernen wie Menschen, ist die Kunst Versicherung und Verunsicherung zugleich. Was sehen wir, und was ist da wirklich? Auf wen können wir bauen? Wem oder was sollen wir vertrauen? Never be sure.

Ludwig Rauch, Dozent an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, Mitglied der DGPh.

Studierende seiner Meisterklasse: Sabine Dobinsky, Nadja Rentzsch, Beate Wätzel, Kathrin von Eye, Sebastian Schmidt.

Stefan Stichler
Neben der Linie
3. August – 31. August 2025

"Neben der Linie", das ist sowohl Ortsbeschreibung wie auch Geisteshaltung. Es ist die Suche nach Ausdruck, nach Formulierung dessen, was einem widerfährt, was sich einem in den Weg stellt, allein, um herauszufordern. Eine Form der Aufforderung zur Suche nach Erkenntnis? Sich verorten in einer Welt, die zu zerreißen scheint, die aufgesplittert vor einem liegt wie dahingeworfene Puzzlestücke. Stichler setzt Fragmente zusammen, sampelt Fotos, Skizzen und Notizen um sie in seinen Malereien als Blickfenster in andere Welten aufleben zu lassen. Immer auf der Suche nach dem Gefüge. Es scheint eine Sisyphusarbeit und möglicherweise ist das schon eine Erkenntnis. All diese Welten, die sich in Stichlers Bildern auftun, leben von der Verbindung zu den Betrachtern. Neben der Linie laufen bedeutet erhöhte Wachsamkeit. Es ist die Liebe zu einer Welt, wie sie sein könnte, aber noch nicht ist. 

Stefan Stichler, geb. 1972, lebt und arbeitet in Frankfurt/Main und Düssel­dorf. Er beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Verortung des Menschen in komplexen Systemen.

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